Inhaltsverzeichnis
- Ablauf
- Organisatorisches
- Weiterführende Gedanken
- Lehrplanbezug
- Links
- Wert des Anlasses für mich
1. Ablauf
Nach inten
siver Vorbereitung war es heute soweit. Wir konnten nun endlich die vorbereiteten Posten mit einer Primarklasse aus Goldach durchführen. Ob es auch so gut klappen wird, wie wir es uns das vorstellen? Um 12.30 Uhr trafen wir uns im Vorbereitungszimmer der M&U. In Windeseile trugen wir das nötige Material zusammen und verstauten es anschliessend im Kofferraum des Autos von Herrn Obendrauf. Dann ging es endlich los. Ziel: die Goldach.
Dort angekommen, galt es, das Material auszuladen und zu unserem Arbeitsort an der Goldach zu tragen. Anschliessend war das Aufstellen der verschiedenen Posten an der Reihe. Emsig wurde das Material zusammengesucht und bereitgelegt. Andere suchten Lehm, Steine und ähnliches in der
Umgebung. Viel Zeit stand uns nicht zur Verfügung, denn die 3.Klasse war schon unterwegs. Und tatsächlich, nach kurzer standen trudelten sie mit ihren Velos ein. Die Drahtesel wurden alle in einer Reihe nebeneinander parkie
rt, beinahe auf den Millimeter genau. Wie lange haben sie das wohl geübt??? Nein, Spass beiseite und zurück zum eigentlichen Geschehen.
Die Kinder schauten sich gespannt um, was sie heute Nachmittag erwartet. Leider wurden sie von einer Stimme unte
rbrochen und dazu aufgefordert, einen Kreis zu bilden, um zu erfahren, was heute auf sie zukommen wird. Motiviert und gespannt standen sie nun im Kreis und hörten den Anweisungen von Herrn Obendrauf zu. Endlich war es dann schliesslich so weit. Die Kinder wurden in drei Gruppen aufgeteilt und den Postenverantwortlichen zugewiesen. Nun verschwanden die einzelnen Teams an ihren Arbeitsort, wo es interessantes zu erleben und erforschen gab. Lassen wir uns doch von den folgenden Bildern inspirieren und in die Welt der Natur entführen.
Posten 1: Tiere im Wasser
Starten wir unsere Reise
bei Posten 1. Na, was gab es dann hier zu staunen? Biologen/innen und gute Augen waren gefragt, wobei letzteres durch ein Mikroskop kompensiert werden konnte. Im Fluss nebenan(Goldach) wurden zu erst mit Behältern und ähnlichem Material Wassertiere eingefangen, oder zumindest versucht.
Aber was sind denn das für komi
sche Tiere, die da herumschwimmen im Behälter? Nun ja, das müsst ihr schon selbst herausfinden!
Für diese Aufgabe mussten die Kinder wieder „an Land gehen“ und sich zum „Forschsertisch“ begeben. Auf diesem Tisch stand allerlei Material
herum. Pipetten, Lupen, Mikroskope, Joghurtbecher, Bücher, usw. Unter fachmännischer Weise wurde den Kindern vorgezeigt, wie mit den verschiedenen Sachen umzugehen ist. Schliesslich wollen wir ja wissen, was wir da gefangen haben, oder nicht? Die Tierchen in eine kleine Glasschale „umgiessen“, sofort unter das Mikroskop, genau betrachten, sich das Gesehene einprägen, Handbuch aufschlagen und wenn möglich das gesuchte Tierchen so schnell als möglich darin finden. Einige Kinder waren in ihrem Forschungsdrang kaum zu bremsen. Emsig wurde gearbeitet und auch sehr erfolgreich.
Posten 2: Flosse basteln
Wer
baut das schönste Floss? Welches schwimmt am besten? Diese Fragen werden schon bald beantwortet sein, denn die Kinder gaben ihr Bestes und das war nicht wenig!
Als erstes galt es Holz im Wald zu suchen. „Wir finden kein Holz!“ „Hier hat es gar kein Holz!“ Solche Bemerkungen waren nicht selten zu hören. In einem Wald kein Holz? Wo diese Kinder wohl herum gestreift sind? Vielleicht besser, wenn wir dies nicht wissen. Schlussendlich fand dann doch jede
Gruppe das gesuchte Material.
Unter fachmännischer Anleitung wurde den Kindern vorgezeigt, wie ein solches Floss zusammengebaut wird. Man nehme Holz, Schnur und seine flinken Finger, mehr braucht es nicht. Die Kinder schauten gebannt und konzentriert zu, zumindest die Einen. Es war nicht zu übersehen, dass sie nicht mehr warten konnten, um selbst ein solches Floss zu bauen und ihre Fähigkeiten zur Geltung lassen kommen. Als dann die Einführung
endlich vorüber war, ging es los. Schon bald nahmen die ersten Flosse Gestalt an und es wurde offensichtlich, dass hier flinke Finger an der Arbeit sind. Einige setzten ihrem Floss sogar noch einen Segelmasten auf. Na ja, schliesslich sollen sie wieder erkannt werden! Nach kurzer Zeit waren alle fertig mit ihren Kunstwerken. Nun ging es zum Härtetest. Schwimmen die Flosse auch in einem Fluss? Wir werden sehen. Gemeinsam ging die ganze Gruppe zum Fluss. Die ersten liessen ihr Objekt ins Wasser gleiten und siehe da, sie schwammen tatsächlich! Ein grosses Kompliment an alle Kinder für ihren Einsatz. Es entstanden wirklich kreative Flosse.
Posten 3: Tier-Skulpturen aus Stein
Und nun zum letzten Posten. Wer „dreckelt“ nicht gerne? Wohl die Meisten, denke ich. Hier war vor allem Kreativität gefragt. Was kann aus Steinen und einer Lehm-Erde-Wasser-Masse kreatives erschaffen werden? Zum Beispiel Tierskulpturen. Nachdem die Postenverantwortlichen die Kinder über das Vorgehen sowie das Ziel informiert hatten, ging es los.
Gearbeitet wurde in Zweiergruppen. Emsig wurde im Fluss und am Ufer nach „brauchbaren“ Steinen gesucht. Dann kam der nächste, aber wichtige Schritt, das Gestalten eines Tieres. Steine behutsam
aufeinander legen, mit der „Klebmasse“ befestigen und hoffen, dass alles stehen bleibt. Das mit dem Stehen hatte es in sich. Gar oft musste wieder von neuem begonnen werden. Doch die Kinder gaben nicht auf, bis ihr Werk vollbracht war. Schildkröte, Giraffe, usw. sind nur zwei Beispiele davon. Einmal mehr brachten die Kinder ganz erstaunliches zu Stande.
2. Organisatorisches
Dieser Punkt ist wohl jener, der am meisten unterschätzt wird.
- Beim Planen Materialliste erstellen und Ort erkundenà geeignet oder nicht?
- Für jeden Posten/jedes Atelier eine Verantwortliche/ einen Verantwortlichen bestimmen
- Zeit- und Treffpunkte(z.B. Klasse abholen) müssen klar sein und eingehalten werden
- Begleitpersonen mitnehme
- Apotheke
- Verhaltensregeln mit Kindern besprechen
- Passende Kleidung und angemessenes Schuhwerk
3. Weiterführende Gedanken für die Schule
- Das gleiche, oder ähnliche, Projekt wäre an einem Teich, Bach oder See sicherlich auch durchführbar.
- Pflanzen im und am Wasser betrachten
- Mit Taucherbrille und Schnorchel die Unterwasserwelt erkunden/betrachten
4. Lehrplanbezug Mensch und Umwelt
- US: Die nähere und weiter Lebensumgebung erkunden und sich darin auskennen (RZ)
- MS: Landschaften und Lebensräume erkunden (RZ)
- US: Pflanzen und Tiere einer Lebensgemeinschaft mit allen Sinnen wahrnehmen, benennen und nach äusseren Merkmalen unterscheiden (NT)
- US: Lebensbedürfnisse von Tieren und Pflanzen kennen (NT)
- MS: Pflanzen in ihren Lebensräumen erkunden und Zusammenhänge in Lebensgemeinschaften aufzeigen (NT)
- MS: Biologische Grundkenntnisse erwerben (NT)
- US: Natur mit allen Sinnen wahrnehmen (NT)
5. Links & Literatur
- Mit Kindern Bach und Fluss erleben, Claus-Peter Hutter & Gerhard Link, Hirzel Verlag 2003
- Was lebt am Tümpel, Bach und Weiher?, Wolfgang Engelhardt, Kosmos 2003
6. Wert des Anlasses für mich
Ein solcher Anlass bringt in meinen Augen einen Mehrwert mit sich. Es wurde einmal mehr bestätigt, dass eine Realanschauung sehr wichtig ist für Kinder und auch sinnvoll. Ein Tier auf einem Bild oder in der Natur zu betrachten ist doch ein Unterschied. Die Kinder bewegen sich in der Natur, erleben Realanschauungen und eignen sich neues Wissen an. Sie sind motivierter, wenn sie unter solchen Bedingungen arbeiten. Sie entdecken Neues, was zu Fragen führen kann und Anlass zu weiteren Diskussionen ist. Möglicherweise kann aus einem solchen eine Idee für ein neues Thema werden, das von den Kindern stammt. Wieder ein Pluspunkt in meinen Augen.
